Schüleraufsicht

Streitschlichtung

Streitschlichtung ist eine Form der Mediation, die als ein Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes angewendet wird. Die Konfliktparteien sollen durch die Unterstützung einer dritten Person zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen entspricht. Über das Gespräch fühlen sich die Konfliktparteien ernst genommen und sollen dazu befähigt werden, ihre Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Die SchülerInnen der Klasse 4 sollen die Aufgabe der dritten, neutralen Person in einem Streit übernehmen und anderen Schülern bei der Bewältigung ihrer Konflikte zur Seite stehen. Die Kinder werden daher zu Beginn der 4. Klasse als Streitschlichter ausgebildet. Das erworbene Wissen findet im Rahmen der Schüleraufsicht Anwendung. Es werden im wochenweisen Wechsel Schüler und Schülerinnen der Klasse 4 ausgewählt, die täglich eine Pause lang Dienst als Schüleraufsicht haben. In den Pausen helfen sie Schülern bei Schwierigkeiten oder Streit.

Ziele

Die Kinder sollen im Streitschlichtertraining lernen, eigene und fremde Konflikte und die damit verbundenen Gefühle besser zu verstehen. Sie sollen dazu befähigt werden, Sichtweisen und Perspektiven zu wechseln, Lösungsideen zu entwickeln und somit einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu lernen und zu trainieren. Sie erfahren, wie sie anderen Schülern helfen können, übernehmen Verantwortung und zeigen Eigeninitiative. Somit trägt die Schüleraufsicht zu einer friedfertigeren Atmosphäre auf dem Schulhof bei und soll das Pausenklima insgesamt verbessern. Dabei ist es wichtig, dass sich die Schüleraufsicht in jedem Fall aus dem Streit heraushält, wenn ihre Hilfe nicht erwünscht ist. Wenn es nötig ist, melden sie den Streit der Pausenaufsicht.

Förderbereiche

Durch das Streitschlichtertraining werden verschiedene soziale und personale Kompetenzen gefördert: Selbstwahrnehmung, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Perspektivübernahme, Toleranz, Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, Eigeninitiative, Konfliktfähigkeit und Selbstregulation.
Das Streitschlichtertraining sensibilisiert die SchülerInnen für ihre eigenen als auch für die Gefühle anderer Kinder, so dass die Selbstwahrnehmung als auch das Einfühlungsvermögen (Empathie) gefördert werden. Durch den Schlichtungsprozess werden die Kinder außerdem in ihrer kommunikativen Kompetenz gestärkt, da sie als Vermittler zwischen zwei Konfliktparteien agieren. Durch die Perspektivübernahme wird ermöglicht, das Verhalten anderer besser zu verstehen und mögliche Reaktionen auf das eigene Verhalten absehen zu können. In der Schlichtung erleben die Kinder, dass es zu der gleichen Situation mehrere Perspektiven gibt und die eigene Sichtweise nicht zwangsläufig die „richtige“ sein muss. Sie erfahren, dass es wichtig ist, gegenüber anderen Perspektiven tolerant zu sein und diese zu akzeptieren. Gleichzeitig kann es schwierig sein, in einem Konflikt zu einer befriedigenden Lösung zu kommen, so dass die SchülerInnen sich darin üben müssen auch bei längeren Streitgesprächen durchzuhalten. Durch das Streitschlichtertraining sollen die Kinder außerdem lernen negative Verhaltensweisen (z.B. körperliche, verbale Gewalt) zu vermeiden bzw. durch positivere Verhaltensweisen (z.B. das Gespräch) zu ersetzen. Als Schüleraufsicht auf dem Schulhof tätig zu sein stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder. Sie lernen, Eigeninitiative zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.